Die Wiege Sachsens
Die Albrechtsburg Meissen ist die erste Burganlage Deutschlands, bei der der Wehrcharakter zugunsten repräsentativen Wohnens in den Hintergrund tritt. Auch wenn ursprünglich nicht beabsichtigt, gilt sie damit als erster deutscher Schlossbau und als Meisterwerk spätgotischer Architektur. Nachdem im Jahre 929 König Heinrich I. auf einem Felsen über der Elbe eine hölzerne Wehranlage errichten ließ, wurde Meißen zum Mittelpunkt der gleichnamigen Grenzmark gegenüber den noch slawischen Gebieten des Ostens. Im Zuge der mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung entwickelte sich der Burgberg zu einem wichtigen Machtzentrum. Drei Gewalten teilten sich das Areal: Bischof, Burggraf und Markgraf. Der Markgraf herrschte über die gesamte Mark Meißen. Er residierte im Vorgängerbau der Albrechtsburg, die so als „Wiege Sachsens“ in die Geschichte eingegangen ist.
Das Schloss heute
Die Albrechtsburg beherbergt seit 1881 ein öffentliches Museum. Im Mittelpunkt stehen gotische Architektur und historistische Ausgestaltung des 19. Jahrhunderts. Zudem werden die landespolitische Bedeutung, das Wohnen im Schloss sowie dessen Nutzung als erste europäische Porzellanmanufaktur dargestellt. Führungen, Sonderausstellungen und ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm bereichern das kulturelle Angebot. Für verschiedene Anlässe können Räume angemietet werden. Am Ende des Rundgangs laden Museumsshop und Café zum Besuch ein.
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Bau- und Schlossgeschichte
Der Schlossbau entstand zwischen 1471 und 1524. Auftraggeber waren die Brüder Ernst und Albrecht von Wettin, die das Herzogtum Sachsen gemeinsam regierten. Als Zeichen von Macht und Reichtum sollte die neue Residenz nicht nur als repräsentatives Verwaltungszentrum gestaltet werden. Sie musste auch Platz für zwei getrennte Hofhaltungen bieten. Mit dem Bau wurde der Werkmeister Arnold von Westfalen beauftragt. Er schuf ein Schloss, das europäische Maßstäbe setzte: in Raumstruktur, Statik, Gewölbebau, Fenstergestaltung und Treppenanlage.
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Die Albrechtsburg als Porzellanmanufaktur
Die Albrechtsburg war Gründungsort und über 150 Jahre lang der Sitz der ersten europäischen Porzellanmanufaktur. Am 6. Juni 1710 begann hier die Herstellung des „weißen Goldes“. Von der damaligen Nutzung sind aber keine Spuren erhalten geblieben. So kann dieser wichtige Aspekt der Schlossgeschichte nur durch museale Präsentationen vermittelt werden. Anfänge dazu gab es bereits 1875, als der Maler Paul Kießling die Wandbilder des sogenannten Böttgerzimmers schuf. Ab Mai 2010 widmet sich ein neuer großer Ausstellungsbereich diesem Thema.
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Dauerausstellung
Ab dem Frühjahr 2011 wird in allen drei Obergeschossen der Albrechtsburg eine neue Dauerausstellung zu sehen sein. Ihr Ziel ist die umfassende Darstellung der Schlossgeschichte mittels historischer Dokumente, authentischer Objekte sowie multimedialer Anwendungen. Fünf Themen sind vorgesehen: „Mittelalterliche Herrschaft im Raum Meißen“, „Die außergewöhnliche Architektur“, „Höfisches Leben, wie es hätte sein können“, „Die Albrechtsburg als Porzellanmanufaktur“ und „Ein Prachtgewand für das Schloss im 19. Jahrhundert“.
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Sonderausstellungen
Vom 08.05. bis 31.10.2010 präsentiert die Albrechtsburg die große Jubiläums-Ausstellung „Der Stein der Weis(s)en – 300 Jahre Mythos Manufaktur Meissen: Die Albrechtsburg als Porzellanschloss.“ Ab 2011 werden dann in neu verfügbaren Räumen des Erdgeschosses wieder regelmäßige Sonderausstellungen stattfinden. Geplant sind Ausstellungen zu verschiedensten Themen, insbesondere zur bildenden Kunst. Sie können sich ab Jahresende darüber gern selbst unter der Rubrik „Veranstaltungen“ informieren.
Historischer Rundweg
Erleben Sie den Burgberg von seiner grünen Seite: Der „Obere Promenadenweg“ führt entlang der Außenmauern von Kornhaus, Albrechtsburg und Dom bis zu den Amtsgerichtsstufen. Sein Verlauf durch die Parkanlagen bietet neue Perspektiven im Kontrast zur hofseitigen Ansicht der Albrechtsburg. Schöne Ausblicke auf das Elbtal und die Meißner Altstadt werden durch zahlreiche Informationstafeln entlang der etwa 500 Meter langen Strecke ergänzt. Sie vermitteln interessante Hintergründe über die Vorgeschichte des Weges und des Burgbergs.
Der Rundweg ist während der regulären Öffnungszeiten des Schlosses zugänglich. (Witterungsbedingte Schließungen sind vorbehalten.)











